Welches Holz brennt heißer?
- Mandy Kuhfittig

- 18. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
TL;TDR: Nicht die Holzart, sondern die Luftzufuhr und Trockenheit bestimmen die Ofentemperatur. Hartholz brennt länger, weil es eine höhere Dichte hat und schwerer ist. Nadelholz eignet sich zum Anheizen, Hartholz für dauerhaftes Heizen – am besten beides kombinieren. Die Holzart steuert die Brenndauer, aber Menge und Luftzufuhr steuern die Hitze – wer das beachtet, heizt sicher und effizient.

Nicht die Holzart, sondern vor allem die Luftzufuhr bestimmt die Brenntemperatur
Buche brennt länger, Fichte brennt schneller – das wissen die meisten Kaminofenbesitzer. Doch die Holzart allein bestimmt nicht, wie heiß Ihr Ofen wird. Und genau dieses Missverständnis ist die Ursache, warum sich Kaminöfen überhitzen.
Die Verbrennungstemperatur hängt fast ausschließlich von zwei Faktoren ab: der Luftzufuhr und der Holzmenge – weniger von der Holzart selbst.
Luftzufuhr: Mehr Sauerstoff bedeutet mehr Hitze – unabhängig vom Holz. Ein zu weit geöffneter Luftschieber kann jeden Kaminofen zur Überhitzung bringen.
Holzmenge: Wer zu viel Holz auf einmal nachlegt, überflutet den Ofen mit Brennmasse. Die Hitze steigt schnell und unkontrolliert – auch bei richtiger Luftzufuhr. Lieber kleine Mengen nachlegen und die Temperatur konstant halten.
Dabei gilt grundsätzlich: Verwenden Sie nur trockenes Holz mit einem Feuchtigkeitsgehalt unter 18 %. Trockenes Holz verbrennt sauber, vollständig und kontrolliert heiß – feuchtes Holz hingegen verbraucht einen Großteil der Energie dafür, das enthaltene Wasser zu verdampfen, bevor überhaupt Wärme im Raum ankommt. Auch eine Mischung aus trockenem und feuchtem Holz ist problematisch: Das trockene Holz verbrennt heiß, während das feuchte Holz schwelt und dabei Teer und Ruß produziert. Im Schornstein lagert sich Kreosot ab – ein ernstes Brandrisiko. Das gilt für Weich- und Hartholz gleichermaßen.
Der Heizwert ist gleich bei allen Holzarten
Der Heizwert pro Kilogramm ist bei allen Holzarten nahezu gleich, rund 4 kWh pro kg bei trockenem Holz (unter 18 % Feuchte). Egal ob Eiche, Buche oder Fichte: Ein Kilogramm Holz liefert immer etwa gleich viel Energie.
Der Unterschied liegt in der Dichte. Hartholz ist schwerer – ein Scheit Buche wiegt deutlich mehr als ein gleich großes Scheit Fichte. Deshalb brennt Hartholz länger, aber nicht weil mehr Energie pro Kilo im Holz steckt, sondern weil mehr Masse im Ofen liegt. Die Temperatur selbst ist bei gleichem Gewicht und gleicher Luftzufuhr gleich.
Die Überraschung: Nadelholz kann kurzfristig heißer werden
Fichte, Kiefer und andere Nadelhölzer sind sehr harzhaltig. Harz entzündet sich schnell und verbrennt mit einer sehr heißen, kurzen Flamme. Das macht Nadelholz ideal zum Anheizen – aber weniger geeignet als alleiniges Brennholz für längeres Heizen über den Tag.
Wer ausschließlich Nadelholz verwendet, riskiert kurze Temperaturspitzen, mehr Ruß an der Scheibe und schnellere Verschmutzung des Schornsteins. Stattdessen empfehlen wir einen guten Mix aus Anheizholz (Nadelholz, dünn) und Brennholz (Hartholz, größer).
Auch bei Hartholz heißt es aufgepasst
Viele Kaminofenbesitzer denken: „Ich heize mit Buchenholz, das ist sicher." Doch ganz so einfach ist es nicht. Auch Buchenholz kann den Ofen überhitzen wenn zu viel aufgelegt wird oder die Luftzufuhr zu weit geöffnet ist.
Die Holzart gibt Ihnen Kontrolle über die Brenndauer.
Die Temperatur steuern Sie über die Menge und die Luftzufuhr.
Beides zusammen macht den Unterschied zwischen einem gut betriebenen Ofen und einem überhitzten – und das kann gefährlich werden.
Holzarten im Überblick
Grobe Brennwertangaben für Holz (alle Angaben gelten für trockenes Holz, unter 18 % Feuchte):
Holzart | Typ | Brenndauer | Besonderheit |
Buche | Hartholz | Lang | Klassiker, gleichmäßige Wärme |
Eiche | Hartholz | Sehr lang | Sehr dicht, braucht längere Trockenzeit |
Esche | Hartholz | Lang | Brennt auch leicht feucht |
Birke | Hartholz | Mittel | Gute Wärme, schöne Flamme |
Fichte | Nadelholz | Kurz | Ideal zum Anheizen, harzig |
Kiefer | Nadelholz | Kurz | Viel Harz, hohe Temperaturspitzen |
Erle | Weichholz | Mittel | Wenig Rauch, angenehmer Geruch |
Heizwert pro kg (trocken) ist bei allen Holzarten ca. 4 kWh/kg.
Was Sie niemals verbrennen sollten
Einige Materialien gehören unter keinen Umständen in den Kaminofen:
Behandeltes oder lackiertes Holz: setzt giftige Stoffe frei und verbrennt unkontrolliert heiß
Spanplatten und Pressholz: enthalten Leimharze, die beim Verbrennen gefährliche Gase erzeugen
Feuchtes Holz: verbrennt unvollständig, erzeugt Teer im Schornstein und deutlich mehr Feinstaub
Pellets im Kaminofen: Pellets sind für Pelletöfen konzipiert. Im herkömmlichen Kaminofen verbrennen sie falsch
Wir wünschen Ihnen wohlig-warme Stunden und einen sicheren Betrieb.






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