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Risse im Schamott? Wann der Stein raus muss

TL;DR: Schamottsteine schützen Ihren Kamin vor Überhitzung. Breite Risse (>5 mm), Brüche, abbröckelnde Kanten oder lose Steine erfordern sofortigen Austausch. Defekte Steine können zu Mauerwerksschäden oder Korpusschäden und Brandgefahr führen. Prüfen Sie Ihre Steine einmal jährlich vor der Heizsaison. Bei ausgelaufenen Modellen: Steine nachmessen und Maßanfertigung beim Ofenbauer anfragen (30-80 € pro Stein).


Schamottsteine schützen das Mauerwerk Ihres Kamins vor extremer Hitze und sorgen für eine gleichmäßige Wärmeverteilung. Hier erklären wir, wie Sie Anzeichen von Verschleiß erkennen, welche Warnzeichen Sie nicht ignorieren sollten, was ein Austausch kostet und wie Sie kostspielige Folgeschäden vermeiden.


Was sind Schamottsteine und warum sind sie so wichtig?


Schamottsteine, auch Feuerfestplatten oder Feuerraumauskleidung genannt, bestehen aus einem hitzebeständigen Ton-Mineral-Gemisch. Sie kleiden die Brennkammer Ihres Kamins oder Kachelofens aus und erfüllen drei entscheidende Funktionen:

•       Hitzeschutz: Sie schützen das umliegende Mauerwerk vor Temperaturen bis zu 1.200 Grad Celsius.

•       Wärmespeicher: Schamotte speichert Wärme und gibt sie langsam ab, was für eine gleichmäßige Raumtemperatur sorgt.

•       Effizienz: Intakte Schamottsteine verbessern die Verbrennungsqualität und reduzieren den Holzverbrauch.


Gerissener Schamottstein
Durchgehende Brüche im Schamottstein können Schäden bis auf den Korpus verursachen.

Kann man Schamotte reparieren?


Schamottsteine verschleißen durch die extremen Temperaturschwankungen beim Heizen. Diese Zeichen von Verschleiß erfordern einen Austausch, wenn die Steine lose im Feuerraum eingesetzt sind. Sind sie vermauert, kann man die Steine noch kurzzeitig mit Schamottmörtel oder Schamottkleber verschmieren.


So erkennen Sie, wann ein Austausch nötig ist:


1. Risse und Brüche

Feine Haarrisse sind normal und unbedenklich. Breite Risse (über 5 mm) oder durchgehende Brüche gefährden jedoch die Schutzfunktion. Diese Hitze kann zum Korpus durchdringen und ihn beschädigen.

2. Abbröckelnde Kanten

Wenn Ecken und Kanten abplatzen, verlieren die Steine ihre Stabilität. Dies passiert häufig durch mechanische Belastung beim Nachlegen von Holz oder durch unsachgemäße Reinigung.

3. Verfärbungen in der Glasur

Dunkle Verfärbungen sind meist Rußablagerungen und harmlos. Achten Sie jedoch auf glasierte, glänzende Stellen: Diese entstehen durch extreme Überhitzung und zeigen an, dass das Material seine Struktur verändert hat.

4. Lose oder wackelnde Steine

Schamottsteine sollten fest sitzen. Lockere Steine können beim Betrieb verrutschen oder herausfallen – im schlimmsten Fall während des Heizens, was Brandgefahr bedeutet.


Wichtig: Lassen Sie im Zweifel einen Fachmann (Schornsteinfeger oder Ofenbauer) die Steine begutachten. Eine professionelle Einschätzung kann teure Folgeschäden verhindern.


Langlebige Schamottsteine


Feuerauskleidungen können aus verschiedenen Materialien bestehen. Feuerschamotte oder Vermiculite sind die am meisten verbauten Materialien.


Schamotte ist robuster und günstiger zu reparieren, Vermiculite brennt effizienter und sauberer

Eigenschaft

Ofen-Schamotte

Vermiculite

Stoß-/Schlagfestigkeit

Robust und weniger stoßempfindlich

Stoßempfindlich, bricht leichter

Brennraumtemperatur

Niedriger

Höher (bessere Isolierung)

Abgaswerte

Standard

Bessere Einhaltung durch höhere Temperatur

Scheibenreinigung

Schnellere Verschmutzung

Scheibe bleibt länger sauber

Reparatur/Austausch

Einzelsteine oft verfügbar

Meist kompletter Satz nötig

Haltbarkeit

10 Jahre

3 Jahre


Ein weiterer Indikator für Langlebigkeit und Temperaturbeständigkeit ist der Aluminiumoxid-Gehalt (Al₂O₃) der Schamotte. Je höher, umso besser:


  • Standard-Schamotte (30-40% Al₂O₃): Ausreichend für normale Kamine und gelegentliche Nutzung. Temperaturbeständigkeit bis ca. 1.200°C.

  • Hochwertige Schamotte (40-50% Al₂O₃): Empfehlenswert für regelmäßig genutzte Kamine. Höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen und längere Lebensdauer.

  • Langlebige Premium-Schamotte (50-70%+ Al₂O₃): Ideal für intensiv genutzte Feuerstätten, Pizzaöfen oder gewerbliche Anwendungen. Extrem temperaturbeständig (bis 1.400°C und mehr) und deutlich verschleißärmer.


Achten Sie also beim Kauf von Ersatzsteinen auf den Aluminiumgehalt. Der geringe Mehrpreis (ca. 5-15 Euro pro Stein) amortisiert sich durch die längere Lebensdauer.



Benutzte, aber noch intakte Feuerungen



Neue Feuerraumauskleidungen aus Vermiculite und Schamotte


Reparaturkosten und Aufwand: Was Sie erwarten können


Die Kosten für den Austausch von Schamottsteinen variieren je nach Kamintyp und Umfang der Arbeiten.


Erfahrungsgemäß ist es besser, eine komplette Ausmauerung zu bestellen. Nicht sichtbare Schäden, verursacht durch die mechanische Beanspruchung, stellen eine Gefahr dar. Es kommt auch vor, dass durch Änderungen im Konstruktionsstandard beim Hersteller nach Jahren Maßabweichungen auftreten und die Steine dann nicht mehr passen.


•       Materialkosten: Einzelne Schamottsteine kosten zwischen 15 und 50 Euro pro Stück, je nach Größe und Qualität.

•       Arbeitszeit: Ein kompletter Austausch aller Steine durch einen Fachbetrieb kostet zwischen 300 und 800 Euro (Material und Arbeitszeit).

•       DIY: Handwerklich geschickte Kaminbesitzer können einzelne Steine selbst tauschen.


Fachmann oder Selbermachen?


Grundsätzlich gilt: Bei einfachen Kaminöfen mit wenigen, leicht zugänglichen Schamottsteinen können versierte Heimwerker den Austausch selbst ausführen – allerdings nur bei einfachen Konstruktionen. Bei komplexen Systemen oder Kachelöfen sollten Sie immer erst einen Fachmann fragen.


Beachten Sie:

•       Richtige Ersatzsteine verwenden (idealerweise vom Hersteller oder mit identischen Maßen)

•       Steine exakt passend einsetzen – Lücken gefährden die Schutzfunktion

•       Nach Herstelleranleitung arbeiten, meistens sind die Steine trocken eingesetzt, bei Heizeinsätzen werden sie aber manchmal auch mit Mörtel eingesetzt und die Fugen verschmiert.


Bei Kachelöfen, speziellen Kamineinsätzen oder wenn Sie unsicher sind, beauftragen Sie immer einen Fachbetrieb. Fehler beim Einbau können die Betriebssicherheit massiv gefährden.


Was tun bei ausgelaufenen Modellen, wenn der Hersteller keine Ersatzsteine mehr liefert?


Ein häufiges Problem: Der Hersteller liefert keine Ersatzteile mehr. Das ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Es gibt praktikable Lösungen:


1. Standardmaße nutzen

Viele Kamine verwenden Schamottsteine in Standardmaßen. Fachbetriebe für Ofenbau und spezialisierte Online-Händler führen Schamottplatten in gängigen Größen. Häufig passen diese auch bei älteren Modellen, selbst wenn der Original-Hersteller nicht mehr liefert.


2. Maßanfertigung durch Fachbetriebe

Wenn keine Standardmaße passen, können spezialisierte Schamott-Hersteller oder Ofenbauer Ersatzsteine nach Ihren Maßen anfertigen. Die Kosten liegen meist zwischen 30 und 80 Euro pro Stein – das ist oft günstiger als ein komplett neuer Kamineinsatz.


Nehmen Sie dafür die defekten Steine heraus und messen Sie alle Dimensionen genau: Länge, Breite, Stärke und eventuelle Aussparungen oder Nuten.

Erstellen Sie eine Handskizze mit allen Maßen – das hilft später bei der Bestellung.


3. Zuschnitt ist möglich, aber eher nicht empfohlen

Schamottsteine lassen sich zwar mit einer Flex und Diamanttrennscheibe zuschneiden. Das ist jedoch nur für einfache, gerade Schnitte sinnvoll. Komplexe Formen mit Nuten oder Aussparungen sollten Sie nicht selbst bearbeiten – das Material ist spröde und bricht leicht.


Unser Tipp: Kontaktieren Sie einen Ofenbauer in Ihrer Nähe. Erfahrene Fachbetriebe haben oft Lösungen für ausgelaufene Modelle und können entweder passende Standardsteine empfehlen oder Maßanfertigungen organisieren. Das spart Zeit und vermeidet Fehlkäufe.


Checkliste: So prüfen Sie Ihre Schamottsteine selbst


Einmal jährlich – am besten vor Beginn der Heizsaison – sollten Sie Ihre Schamottsteine kontrollieren:

•       Kamin vollständig auskühlen lassen

•       Asche und Ruß gründlich entfernen

•       Mit einer Taschenlampe alle Steine von innen beleuchten und auf Risse, Brüche und Verfärbungen achten

•       Vorsichtig an den Steinen rütteln, um lockere Elemente zu identifizieren

•       Dokumentieren Sie den Zustand mit Fotos – so können Sie Veränderungen im Lauf der Jahre nachverfolgen


Sie sind unsicher, ob Ihre Schamottsteine noch in Ordnung sind? Kontaktieren Sie uns für eine professionelle Begutachtung.





 

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